Züchtung Metallpanzerwelse - Aquarienfreunde Reinheim

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Züchtung Metallpanzerwelse

Fachberichte
 
Vermehrung von Metallpanzerwelsen Corydoras aeneus
im Vereinsheim der Aquarienfreunde Reinheim

Im November 2016 kauften wir im Zoohaus Höchst im Odenwald für eines unserer Vereinsbecken eine Gruppe Corydoras aeneus Metallpanzerwelse. Verkauft wurden sie unter dem Namen Corydoras schultzei. Da diese Art wissenschaftlich als nicht valide und somit nur als Synonym zu C. aeneus gilt, spreche ich die Tiere hier als C. aeneus an.
Die Tiere waren beim Kauf schon recht groß und gut genährt. In dem Becken, in das wir die Tiere einsetzten, stand zu diesem Zeitpunkt eine Trennwand, weil geplant war, ein Skalarpaar zur Nachzucht zu separieren. Da die Skalare noch nicht separiert waren, setzen wir zunächst die C. aeneus in dieses Beckenabteil ein. Das Becken wird mit Reinheimer Leitungswasser betrieben.
Einige Stunden nach dem Einsetzen der Tiere führten wir den turnusmäßigen Wasserwechsel durch. Angeregt durch die damit verbundene, vorübergehende Temperatursenkung, begannen die C. aeneus überraschend schon am Folgetag zu laichen. Der Versuch, das erste Gelege in einen schwimmenden Ablaichkasten zu retten, war wenig erfolgreich, die meisten Eier verpilzten und eine kontrollierte Fütterung der wenigen Überlebenden war wegen des Schlitzbodens unmöglich.
Da die Laichtätigkeit in den Folgetagen anhielt, hatten wir Gelegenheit, eine erfolgreichere Methode zu suchen. Wir brüteten die folgenden Gelege schließlich in Kunststoffkisten mit wenigen Zentimetern Wasserstand aus, die mit einem Luftausströmer ausgerüstet und auf der Beckenabdeckung aufgestellt wurden. Das Wasser entnahmen wir dem Becken der Elterntiere. Zur Begrenzung des Keimdrucks wurde dem Wasser Erlenzapfenlösung hinzugefügt. Mit dieser Methode hatten wir fast keine Verpilzung mehr und gute Schlupfergebnisse. Durch regelmäßige, kühle Wasserwechsel war es möglich, über etwa drei Wochen hinweg eine rege Laichtätigkeit aufrecht zu erhalten. Jedes Gelege bekam seine eigene Kunststoffkiste.
Nach dem Verbrauch des Dottersacks begannen die Jungtiere, gierig frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien zu fressen und zeigten gutes Wachstum. Gefüttert wurde in der Regel 2x täglich, manchmal auch 3x.
Wir überführten die Jungtiere von da an täglich in eine frisch gereinigte Kiste und wechselten dabei rund 90% des Wassers, um die Bildung von Bakterienfilm am Kistenboden zu verhindern, Futterreste und Kot zu entfernen und einen Anstieg der Keim- und Schadstoffbelastung zu vermeiden. Das Wechselwasser entnahmen wir weiterhin dem Becken der Elterntiere, gaben Erlenzapfenlösung zu und steigerten den Wasserstand in kleinen Schritten.
Etwa eine Woche nach dem Verbrauch des Dottersacks statteten wir die Kisten mit einer dünnen Sandschicht als Bodengrund aus. Der Einsatz von Sand hat die Pflege stark vereinfacht, weil die Kisten jetzt nicht mehr täglich ausgewischt werden mussten, sondern nur noch ein 80-85% Wasserwechsel nötig war. Den Wasserstand hoben wir weiterhin täglich in kleinen Schritten an. Nach etwa einer weiteren Woche stellten wir beim Wasserwechsel schrittweise auf Frischwasser um.
Als die Kunststoffkisten zu klein wurden, stellten wir zunächst 2, später 3 ca. 50 Liter fassende Glasbecken zur weiteren Aufzucht auf, mit Schwammfilter, Heizstab, Beleuchtung, einem Unterstand aus Schieferplatten und einigen Schwimmpflanzen. Als Bodengrund kam wieder Sand zum Einsatz. Den Wasserstand steigerten wir auch in diesen Becken stufenweise, bis die Becken schließlich ganz gefüllt wurden.
Zwischen der 3. und 4. Lebenswoche begannen die größten Jungtiere Futtertabletten zu fressen, die wir seitdem täglich ergänzend zu den Artemia Nauplien fütterten. Bald wurde auch Flockenfutter und gefrorene Rote Mückenlarven gefressen, den Anteil von Artemia an der Ernährung reduzierten wir allmählich.
Es zeigte sich, dass die überwiegende Mehrzahl der Jungtiere gut wuchs und sehr lebhaft war. Während der ganzen Zeit hatten wir nur sehr wenige Ausfälle. Insgesamt gelang es uns, ungefähr 200 Jungtiere aufzuziehen. Eine kleine Anzahl von Tieren blieb allerdings im Wachstum zurück, ohne dass wird dafür Gründe erkennen können.
Nach rund 2 ½ bis 3 Monaten begannen wir, die Jungtiere auf unsere Gesellschaftsbecken zu verteilen und an Interessenten abzugeben.
Während der ab dem 1. Mai 2017 geöffneten Ausstellung im Vereinsheim am Stadtpark werden viele unserer Corydoras aeneus Nachzuchten die mit südamerikanischen Fischen besetzten Ausstellungsbecken bereichern. „Überschüssige“ Tiere geben wir weiterhin gerne in gute Hände ab. In diesem Zusammenhang erlauben wir uns, auch auf unsere Fisch- und Pflanzenbörse am 11. Juni 2017 hinzuweisen. 
 
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